Dienstag, 12. November 2013
Abschied und Neuanfang...
Da in letzter Zeit so unglaublich viel passiert ist, schreibe ich schon wieder, bevor es sich noch anstaut :)

Es ist unglaublich, wie reich ich beschenkt wurde, nach dem ich das Hotel verlassen habe.
Ich schrieb davon, dass ich in der Wohnung einer fremden Frau umsonst wohnen durfte aber das war wirklich noch nicht alles.
Ich hatte ein paar wundervolle Tage und brauchte eigentlich keinen Cent für Essen ausgeben, weil alle Griechen hier Angst darum hatten, dass ich verhungern könnte.
So haben die alten Damen sich schon fast darum gestritten, wer mich zum Mittag versorgen darf und ich musste Niki (unsere Köchin) immer wieder davon abhalten, mir auch noch Unmengen Essen mit nach Hause zu geben.
Am Ende musste ich das viele Essen schon weiter verschenken, weil ich sonst geplatzt wäre.
In diesen Tagen hatte ich dann viel Zeit dafür, mit einer Freundin die Berge zu erkunden und ich wurde dadurch einmal mehr beschenkt.
Die kretische Bergwelt ist im Herbst einfach so unglaublich schön. Es duftet nach den verschiedensten Kräutern. Ein paar Tiere durften wir sehen und Höhlen erforschen. Kreta hat mich einmal mehr begeistert.
Ich bin so dankbar für diese Tage und durfte sie ohne jeglichen Druck und in völliger Freiheit (durch die Wohnung) genießen. Was für ein Geschenk...soooo dankbar bin ich.
So ist die Tatsache, dass der Chef mich unbedingt raus haben wollte, zum Segen für mich geworden.

Die Wohnung war wunderschön und an den Abenden hatte ich immer Besuch von Freunden und Kollegen.
So konnte ich auch die Gemeinschaft mit den lieben Menschen hier noch voll auskosten.
Umso schöner die Tage waren, umso schwerer viel mir am 8.11 der Abschied. Am 7.11 kamen noch einmal alle Kollegen in meine Wohnung um Abschied zu feiern. Es war ein schöner und lustiger Abend. Und dann ging es los mit dem Tschüß-Sagen :(
Das war sehr hart für mich. Am Morgen darauf bin ich dann ins Hotel gekommen, von wo aus ich mit den anderen beiden Praktikantinnen, mit dem Mietwagen, nach Hiraklion gestartet bin. Ich muss gestehen, es sind einige Tränen gefloßen.
Trotz der teilweise sehr schwierigen Verhältnisse im Hotel war es, alles in Allem, eine wundervolle Zeit in einer wundervollen Gegend mit überwiegend wundervollen Menschen.

Nach dem ich mich in Hiraklion von den letzten Kolleginnen verabschiedet hatte, brachte mich der Bus nach Chania von wo aus ich von einem Mitarbeiter der Shelter Mission abgeholt wurde.
Abgeliefert wurde ich in einem relativ großen Haus, in einem kleinen Ort außerhalb von Chania. Sehr viel Natur und ein wunderschöner See drum herum. Es gibt viele Katzen, nen Hund, viel Obst und Gemüse und vier Mädels mit denen ich nun zusammen wohne. Diese sind echt nett und haben mir den Einstieg hier leicht gemacht. Ich muss sagen ich fühle mich hier sehr wohl, auch wenn ich den Osten, besonders die Leute vermisse. Vor Allem weil man hier irgendwie gar nichte mit Griechen zu tun hat und ich mich wie in Deutschland fühle.
Jetzt finde ich mich hier in die Arbeit hinein.
Freitag Abend fand, wie jeden Freitag, gleich ein Gottesdienst statt. Dieser ist vor Allem von und für Bulgaren. Um diese dreht sich im Herbst/Winter hier die meiste Arbeit des Shelters. Viele von Ihnen kommen in dieser Zeit als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft nach Kreta.
Die letzten Tage haben wir dann viel im und ums Haus gearbeitet, was mir eine willkommene Abwechslung zur Hotelarbeit ist.
Morgens gibt es immer eine Bibelarbeit, was mir sehr gut gefällt und nach der langen Zeit der Dürre (ohne Gemeinde usw.) echt gut tut.
Ich bin nun einfach mal gespannt, was die nächsten Wochen bringen.
Auf jeden Fall freue ich mich auf die Zeit aber auch schon darauf, Anfang Dezember nach Deutschland zu kommen.
Ich bin nun auch immer wieder am Bewerbungen abschicken und hoffe, dass ich nach meiner Rückkehr relativ bald einen Job finde.

So nun grüße ich euch aber erst mal ganz herzlich und wünsche euch alles Liebe und viel Segen

eure Steffi*