Hallo meine Lieben,
ich weiß, es hat zu lange gedauert und es tut mir Leid. Nun endlich mache ich mal wieder einen Eintrag, bevor ich noch mehr Ärger bekomme :)
Es war wirklich viel los in letzter Zeit und bei der Hitze habe ich nicht wirklich Lust am Pc zu sitzen und meine Gedanken für einen Blogeintrag zu ordnen :)
Nun versuche ich es aber mal:
Ja mir geht es momentan sehr gut.
Ich liebe Kreta wirklich, es ist ein so wundervoller Ort.
Leider missfallen mir einige Dinge, die hier im Hotel ablaufen. Besonders traurig finde ich es, weil der Chef das Haus unter einem christlichen Namen laufen lässt.
Es ist gute Arbeit hier, niemand muss dauerhaft zu viele Stunden an einem Tag arbeiten, dennoch gibt es Dinge, wegen denen ich anderen Leuten abraten würde, in diesem Haus Urlaub zu machen, aus moralischen Gründen.
Unsere Gäste fühlen sich allerdings immer sehr wohl, was ich sehr gut verstehen kann. Wäre ich Gast in diesem Haus, würde ich mich auch sehr wohl fühlen.
Erst heute hat eine Frau fast geweint, weil sie abreisen mussten.
Immer wieder überlege ich, ob es in Ordnung ist, weiterhin hier zu arbeiten aber solange ich keine andere Perspektive habe, werde ich wohl hier bleiben.
Außerdem würde es mir unglaublich schwer fallen, diesen Ort zu verlassen.
Mittlerweile sind noch zwei Praktikantinnen dazu gekommen. Mit ihnen verstehe ich mich sehr gut und ich denke, wir sind ein gutes Team.
Da der Monat wirtschaftlich sehr schwach ist, und der Chef lieber Praktikantinnen für sehr wenig Geld arbeiten lässt, hat er die Stunden des festen Personals sehr gekürzt. Dies ist für diese Leute natürlich sehr schwierig, sie sind auf das Geld angewiesen. Vor Allem eine Kollegin benötigt das Geld dringend. Sie hat drei Kinder und einen Mann, der aus gesundheitlichen Gründen momentan nur sehr eingeschränkt arbeiten kann. Für ihn fallen auch Arztkosten an. Ihren Kindern ermöglicht sie, privaten Englischunterricht zu nehmen (diesen gibt es nicht an den kretischen Schulen). Dies alles wird, ohne Einkommen im August, schwer für die Familie. Wir Praktikantinnen wollen nun etwas Geld sammeln und es der Familie anonym zukommen lassen. Falls ihr auch bereit seid einer bedürftigen Familie etwas zu geben, freue ich mich, wenn ihr euch bei mir meldet.
Ansonsten mache ich mir momentan auch immer wieder Gedanken darüber, wie es nach meiner Zeit hier weiter gehen soll. Ich möchte, wenn es mir finanziell möglich ist, noch wenigstens 2 lieber 4 Wochen lang ein Praktikum bei der Shelter Mission Kreta machen. Sie leisten Sozialarbeit, besonders unter Flüchtlingen im Westen Kretas. Ich bin gespannt ob es mir möglich sein wird.
Weiter werde ich bald anfangen, mich für die Zeit nach Kreta zu bewerben. Noch bin ich aber ziemlich unmotiviert, ich werde mich wohl zwingen müssen. Die Frage in welchen Teil Deutschlands es mich zieht, kann ich euch leider immer noch nicht beantworten. Ich hoffe einfach dass ich eine tolle Arbeitsstelle finde und ich mich da wohl fühlen kann, wo Gott mich hin stellt. Trotzdem fühle ich mich mit dieser Ungewissheit einfach total unwohl...
Jetzt genieße ich aber den Sommer, das Meer und das Land und bin immer wieder dankbar, dass ich an diesem Ort sein darf und viele schöne Dinge erleben darf.
Ich sende euch liebe Grüße

Ich musste nun, als an der Nordsee aufgewachsenes Mädchen, feststellen, dass ich in keinem anderen Meer so oft baden war, wie im Mittelmeer.
Es hat ja auch den Vorteil, dass es wärmer und auch klarer ist. Ich liebe die Nordsee, keine Frage aber irgendwie ist sie, mit ihrer, durch das Watt, braunen Farbe nicht sonderlich einladend zum Schwimmen.
Hier dagegen haben wir kristallklares Wasser, welches an der Oberfläche blau und türkis schimmert. Es erklärt sich von selbst, dass ich fast täglich ein Bad nehme. Es ist so schön sich auf der Wasseroberfläche treiben zu lassen oder auch die Unterwasserwelt zu erkunden.
Es ist unglaublich wie viele verschiedene Wesen unter Wasser leben. Jedes Mal entdecke ich neue Tierchen. Gestern erst entdeckte ich beim Schnorcheln eine sehr schöne Muschel. Als ich gerade dabei war sie anzuvisieren, um sie durch einen Tauchgang in meinen Besitz zu bringen, machte die Muschel sich plötzlich auf den Weg an einen anderen Ort. Ich musste feststellen, dass sie schon einen Besitzer hatte. So Einsiedlerkrebse sind schon faszinierend und sorgen immer mal wieder dafür, dass wir auch hier an unserem Riff schöne Muscheln finden können.
Gestern Abend nahm ich dann ein Bad in der Abendsonne. Es ist einfach faszinierend wie sich das Wasser zu verfärben scheint, als sei es blassrosa und violett. Ich musste zwangsläufig an meine Kunstlehrerin Frau Heinz denken, bei ihr sollte der Himmel immer in einer solchen Farbe gemalt werden.
Unter Wasser kommen, gegen Abend viele Krebse auf den Steinen zum Vorschein und die Farben der bunten Fische schimmern auch wieder anders.
Nun sitze ich hier und schreibe, mit dem Blick aufs Meer diesen Text. Ich kann schon wieder nicht glauben, dass unter der Wasseroberfläche, die ich so ruhig vor mir liegen sehe, eine solche Vielfalt lebt. Es ist ein Wunder der Schöpfung, das mich hier immer wieder neu in seinen Bann zieht.
Ich dachte, dass ich nach kurzer Zeit kein Interesse mehr daran habe die Unterwasserwelt zu erkunden aber jedes Mal aufs Neue, zieht es mich in seinen Bann :)
Wenn es möglich sein wird, werde ich einen Tauchkurs absolvieren um diese Unterwasserwelt noch besser entdecken zu können.
So nun habe ich euch vielleicht Lust auf Urlaub am Meer gemacht...
Auf auf...ich warte auf euch :)
Bis dahin werde ich nun mal den Saharasand von unseren Tischen putzen...
Kisses*
