Abschied und Neuanfang...
Da in letzter Zeit so unglaublich viel passiert ist, schreibe ich schon wieder, bevor es sich noch anstaut :)
Es ist unglaublich, wie reich ich beschenkt wurde, nach dem ich das Hotel verlassen habe.
Ich schrieb davon, dass ich in der Wohnung einer fremden Frau umsonst wohnen durfte aber das war wirklich noch nicht alles.
Ich hatte ein paar wundervolle Tage und brauchte eigentlich keinen Cent für Essen ausgeben, weil alle Griechen hier Angst darum hatten, dass ich verhungern könnte.
So haben die alten Damen sich schon fast darum gestritten, wer mich zum Mittag versorgen darf und ich musste Niki (unsere Köchin) immer wieder davon abhalten, mir auch noch Unmengen Essen mit nach Hause zu geben.
Am Ende musste ich das viele Essen schon weiter verschenken, weil ich sonst geplatzt wäre.
In diesen Tagen hatte ich dann viel Zeit dafür, mit einer Freundin die Berge zu erkunden und ich wurde dadurch einmal mehr beschenkt.
Die kretische Bergwelt ist im Herbst einfach so unglaublich schön. Es duftet nach den verschiedensten Kräutern. Ein paar Tiere durften wir sehen und Höhlen erforschen. Kreta hat mich einmal mehr begeistert.
Ich bin so dankbar für diese Tage und durfte sie ohne jeglichen Druck und in völliger Freiheit (durch die Wohnung) genießen. Was für ein Geschenk...soooo dankbar bin ich.
So ist die Tatsache, dass der Chef mich unbedingt raus haben wollte, zum Segen für mich geworden.
Die Wohnung war wunderschön und an den Abenden hatte ich immer Besuch von Freunden und Kollegen.
So konnte ich auch die Gemeinschaft mit den lieben Menschen hier noch voll auskosten.
Umso schöner die Tage waren, umso schwerer viel mir am 8.11 der Abschied. Am 7.11 kamen noch einmal alle Kollegen in meine Wohnung um Abschied zu feiern. Es war ein schöner und lustiger Abend. Und dann ging es los mit dem Tschüß-Sagen :(
Das war sehr hart für mich. Am Morgen darauf bin ich dann ins Hotel gekommen, von wo aus ich mit den anderen beiden Praktikantinnen, mit dem Mietwagen, nach Hiraklion gestartet bin. Ich muss gestehen, es sind einige Tränen gefloßen.
Trotz der teilweise sehr schwierigen Verhältnisse im Hotel war es, alles in Allem, eine wundervolle Zeit in einer wundervollen Gegend mit überwiegend wundervollen Menschen.
Nach dem ich mich in Hiraklion von den letzten Kolleginnen verabschiedet hatte, brachte mich der Bus nach Chania von wo aus ich von einem Mitarbeiter der Shelter Mission abgeholt wurde.
Abgeliefert wurde ich in einem relativ großen Haus, in einem kleinen Ort außerhalb von Chania. Sehr viel Natur und ein wunderschöner See drum herum. Es gibt viele Katzen, nen Hund, viel Obst und Gemüse und vier Mädels mit denen ich nun zusammen wohne. Diese sind echt nett und haben mir den Einstieg hier leicht gemacht. Ich muss sagen ich fühle mich hier sehr wohl, auch wenn ich den Osten, besonders die Leute vermisse. Vor Allem weil man hier irgendwie gar nichte mit Griechen zu tun hat und ich mich wie in Deutschland fühle.
Jetzt finde ich mich hier in die Arbeit hinein.
Freitag Abend fand, wie jeden Freitag, gleich ein Gottesdienst statt. Dieser ist vor Allem von und für Bulgaren. Um diese dreht sich im Herbst/Winter hier die meiste Arbeit des Shelters. Viele von Ihnen kommen in dieser Zeit als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft nach Kreta.
Die letzten Tage haben wir dann viel im und ums Haus gearbeitet, was mir eine willkommene Abwechslung zur Hotelarbeit ist.
Morgens gibt es immer eine Bibelarbeit, was mir sehr gut gefällt und nach der langen Zeit der Dürre (ohne Gemeinde usw.) echt gut tut.
Ich bin nun einfach mal gespannt, was die nächsten Wochen bringen.
Auf jeden Fall freue ich mich auf die Zeit aber auch schon darauf, Anfang Dezember nach Deutschland zu kommen.
Ich bin nun auch immer wieder am Bewerbungen abschicken und hoffe, dass ich nach meiner Rückkehr relativ bald einen Job finde.
So nun grüße ich euch aber erst mal ganz herzlich und wünsche euch alles Liebe und viel Segen
eure Steffi*

Schon wieder ein Eintrag....
ich habe am 31.10 meinen letzten Arbeitstag gehabt. Trotzdem ich eigentlich fertig war, hat mir der dumme Gölkertyp das Leben schwer gemacht.
Am 3ten war es dann endlich so weit, ich konnte endlich das Hotel verlassen und fühle mich unglaublich frei.
Wie ich schon geschrieben hatte, wusste ich überhaupt nicht, wo ich die letzten Tage hin sollte, weil ich einfach gern noch ein paar Tage hier bleiben wollte.
Ja ich wurde wieder einmal beschenkt. Eine Freundin unserer Köchin hat eine kleine Wohnung, in der ihre Tochter scheinbar wohnt, wenn diese zu Besuch ist. Da sie aber sonst nicht benötigt wird, darf ich dort nun 5 Tage kostenfrei wohnen. Ich bin überwältigt von der Gastfreundschaft. Sie kennt nicht nicht aber aber nimmt mich auf, wie eine Freundin.
Ja nun habe ich die erste Nacht hier geschlafen und fühle mich rund um wohl. Es ist echt schön hier und wenn ich aus meiner Haustür komme, schaue ich über die Bucht von Makrygialos, kann etwas vom Hafen sehen und noch weit hinten die Insel Koufounissi. Es ist echt mehr als ich je erwartet hätte. Aber es kommt noch besser.
Ich verließ heut morgen die Wohnung und traf meine Gastgeberin. Nachdem ich kurz beim Bäcker war (was ich mir wirklich hätte sparen können) kam sie nocheinmal, fragte ob ich einen Kaffee will. Ich war sehr dankbar, da es hier keinen Wasserkocher, Herd oder sonst was gibt.
Aber sie schloß in den Begriff Kaffee auch ein komplette Frühstück mit ein und rügte mich, warum ich denn beim Bäcker gewesen sei. Es ist einfach unglaublich.
Später meinte sie dann, dass sie uns zum Mittag Broccoli kochen würde. Tja das Problem war, dass ich dann späten Vormittag unsere Köchin besucht habe und diese auch darauf bestand mir was zum Mittag zu machen. Also mussten sie miteinander telefonieren, wer denn nun für mich sorgt :)
Eins steht fest, in den kommenden Tagen werde ich sicherlich nicht vom Fleisch fallen :)
Gestern war ich mit einer Freundin und ihren Freunden in den Bergen zum Wandern und auch dabei musste ich unglaublich viel essen. Bei den Griechen heißt es nämlich „Walk & Eat“ ;)
Ja nun freue ich mich einfach auf die letzten Tage hier in Makrygialos und genieße sie ohne Angst vor einem cholerischen Chef.
Time goes by...
Hallo meine Lieben Freunde,
heute schreibe ich nun endlich mal wieder in meinen Blog. Ja anfangs dachte ich wirklich, es ist einfacher regelmäßig einen Blogeintrag zu machen aber nun weiß ich, dass ich scheinbar nicht der Typ dafür bin.
Hinzu kam noch, dass vor etwa 2 Monaten mein Computer kaputt gegangen ist und ich so keine Möglichkeit mehr hatte zu schreiben.
Mittlerweile war ein lieber Freund aus Deutschland zu Besuch und hat mir tatsächlich sein Netbook als Leihgabe da gelassen. Das nenn ich mal nett :) Danke …
Ja wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich viel erlebt in den letzten Wochen/Monaten. Es ist spannend, wie man sich an Umgebung, Menschen und Kultur gewöhnt.
Ich arbeite nun noch eine Woche im Palm Beach Hotel. Immer wieder habe ich während der Zeit hier überlegt, ob ich früher gehe aber immer wieder kam ich zu dem Entschluss zu bleiben. Jetzt wo ichs fast geschafft habe, bin ich schon etwas Stolz, dass ich das überstanden habe. Ohne immer wieder die nötige Kraft von Gott zu bekommen, wäre es mir glaub nicht gelungen.
Und es ist dennoch schön, dass ich trotz Allem sehr traurig sein werde, zu gehen. Ich habe hier so tolle Kollegen, mit denen ich, wohl gerade durch die Umstände mit dem schwierigen Chef, eng zusammen geschweißt wurde. Auch habe ich mittlerweile einige Menschen außerhalb der Hotelmauern kennen gelernt und auch lieb gewonnen. Mir gefällt die Kultur, mein Abschied wird Tränen reich sein. Ich wurde hier sehr beschenkt.
Was ist sonst noch passiert?
Ich hatte noch einige Gelegenheiten die Gegend etwas besser kennen zu lernen. Manchmal mit Gästen, oder mit Kollegen oder allein mit dem Bus. Besonders auch durch den Besuch des Freundes aus Deutschland, der mit dem Mietwagen angereist kam, konnte ich noch Orte kennen lernen, die mit dem Bus schwierig zu erreichen sind.
Was mir immer wieder auffällt ist, dass es hier so viele Ort gibt, am Meer oder auf dem Berg oder sonst wo, wo man einfach zur Ruhe kommen kann und durch atmet. Ich denke diese Orte haben mir einige Male geholfen, wieder ruhig zu werden.
Ich genieße es mittlerweile auch so sehr, durch den Nachbarort zu schlendern und tatsächlich einige Leute zu kennen, sie zu grüßen, kurz zu quatschen oder auch spontan Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich glaube Spontanität ist hier noch viel einfacher als in unserem strukturierten Deutschland.
Anfang des Monats ist die Praktikantin abgereist, die mir mir von Anfang an im Hotel war. Es ist immer traurig Abschied zu nehmen. Wir hier im Hotel hatten auch Angst, dass es für uns noch schwieriger wird, weil es ihr lag, mit dem Chef zu kommunizieren und so viele Dinge mit ihm klären konnte. Gott sei Dank ist dies nicht der Fall und es hat sich neu und gut eingespielt. Ende September ist noch eine Praktikantin gekommen und auch sie ist echt lieb und ein neues Geschenk. So sind wir nun immer noch zu dritt und ein echt gutes Team. Ich fühle mich mit dem Team sehr wohl.
Vor Kurzem habe ich mir dann noch ein Messer in die Hand gerammt. Ich bin happy, denn es ist erstaunlich schnell wieder verheilt. Liegt sicher an dem Raki, den meine Kollegin mich gezwungen hat, drauf zu schütten :)
Weiter geht’s bei mir jetzt damit, dass ich noch eine Woche Urlaub machen werde. Eigentlich hatte ich vor, im Hotel zu bleiben. Doch mein unglaublich „netter“ Chef meinte, dass das wohl eher nicht geht. Wer weiß schon, welche Probleme er damit hat. Ich kann auf jeden Fall keinen logischen Grund finden, der dagegen spricht, dass ich dort bleibe. Nun werde ich nochmal abwarten und falls er wirklich sagt, dass ich gehen muss, ist es eventuell möglich, dass ich über eine Kollegin in einem kleinen Zimmer im Nachbardorf meine Zeit hier abschließe.
Am 08.11 wird mich mein Weg dann nach Chania führen. Das ist ein Ort im Westen, also am anderen Ende von Kreta. Dort gibt es die Shelter Mission, bei der ich noch ein einmonatiges Praktikum machen werde. Bei Interesse könnt ihr mal „Shelter Mission Kreta“ googlen und euch anschauen, wo ich dann sein werde.
Ich freue mich sehr auf die Zeit, da ich davon überzeugt bin, dass es dort nicht halb so anstrengend ist wie im Hotel, und ich glaube, dass es eine sehr interessante Arbeit ist, von der es sich lohnt sie kennen zu lernen.
Nebenbei bin ich nun wieder fleißig am Bewerbungen schreiben. Leider hatte ich durch den kaputten Pc fast alles verloren, was ich schon angesammelt und geschrieben hatte. Nun hab ich aber wieder so gut wie alles zusammen und demnächst gehen die ersten Bewerbungen raus. Falls ihr euch nun fragt ob ich mich entschieden habe, ob ich im Norden oder im Süden leben und arbeiten möchte: Nein habe ich nicht. Ich bewerbe mich in beide Richtungen und werde sehen was passiert. Ich lege die Entscheidung einfach in Gottes Hände und hoffe, dass ich eine Stelle finde, bei der ich mich gut einbringen kann und mich wohl fühlen darf. Falls ihr Ausschreibungen seht, die für mich interessant sein könnten, dürft ihr mir gern Bescheid geben :)
Mitte Dezember werde ich dann voraussichtlich nach Stuttgart fliegen, meine Wintersachen in Ludwigsburg abholen, noch ein paar Tage (wenn ich Unterkunft finde) dort verbringen um pünktlich zu Weihnachten nach Marne zu reisen. Auch wenn ich wahrscheinlich erfrieren werde, freue ich mich schon riesig euch alle dann wieder zu sehen.
Nun sende ich euch ganz viele liebe Grüße von dem immer noch warmen Kreta, auch wenn ich abends nun oftmals schon lange Hosen trage und eine richtige Bettdecke brauche :)
Bis bald...
